30. Juni 2011 17Uhr

IMM Studio A 2.24

Johanna Dombois über Second Worlds – Oper und Neue Medien

Wenn man heute von der Oper auf die Neuen Medien schaut und von den Neuen Medien auf die Oper, sieht man im Regelfall bloß Zerrbilder: Die Oper hält die Medienkunst für hysterisch, die Medienkunst die Oper hingegen für verzopft. Daß beide damit partout nicht Recht haben, darüber spricht Johanna Dombois in ihrem Vortrag, der selbst eine Mischform aus Reflexion und Praxisbeispiel darstellt – immer geht es Dombois in ihrer Arbeit um eine Form der Paartherapie. Vermeintliche Gegensätze lassen sich eben doch allzu oft eins im andern wiederfinden. So ist die Oper selbst ein mediales Urgestein, die Medienkunst in sich zutiefst theatralisch.

Johanna Dombois ist Opernregisseurin und Autorin und arbeitet an der Schnittstelle Musiktheater/ Medienkunst. Sie studierte von 1989 bis 1995 Theaterwissenschaften, Germanistik, Anglistik und Kostümkunde in Berlin, Wien und Uppsala. 2001 bis 2005 war sie Künstlerische Leiterin der Bühne für Musikvisualisierung des Beethoven-Hauses Bonn. 2006 promovierte Johanna Dombois bei Peter Wapnewski mit einer Arbeit zu Richard Wagners Dramaturgien.

Inszenierungen (Auswahl):

L.v. Beethoven: Fidelio, 21. Jahrhundert (Bonn, 2004); Ders.: Presto 126/4 (ebd.), R. Wagner: Ring-Studie 01 | Rheingold-Vorspiel (2009/10, Berlin/Zürich), M. Feldman: Neither (i.V. für 2011), S. Beckett: Quadrat I+II (i.V. für 2012).

Publikationen u.a. für Die Deutsche Bühne, Bühnentechnische Rundschau, Positionen, Musik & Ästhetik, Lettre International, Merkur, SPEX, Die Zeit.

Schwerpunkt ist die Auseinandersetzung mit graphischer und visueller Musik, dem Installations- und Objekttheater, dynamischen Architekturen, digitaler Figurenanimation, den historischen Avantgarden und Neuen Technologien, d.h. dem Experimentellen im Repertoire sowie den Möglichkeiten zur Verschmelzung traditioneller und zeitgenössischer, linearer und nicht-linearer Medien auf der Opernbühne.

 

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