09. Februar 2006
IMM Studio A 2.24
Johannes Ullmaier über die sprachliche Vermittlung von Musik
"Musik ist die Sprache, die alle verstehen", "Musik braucht keine Worte" - wenn das hundertprozentig wahr wäre, müßte man sich wundern, wieviel Worte doch über Musik gemacht werden. Und zwar nicht nur von Vermittlern oder Rezipienten, sondern schon von den Produzenten selbst, sei es in Stücktiteln, Linernotes, Programmschriften, Live-Ansagen oder Interviews. Dabei kann man viel richtig und noch viel mehr falsch machen: ästhetisch, stilistisch, strategisch, politisch, ökonomisch, in der Wahl des Orts und auch in den Erwartungen an solche Äußerungen. Doch so wichtig deren Rolle für die künsterische Profilierung ist (zumal in Zeiten zunehmender Überproduktion), sucht man eine Theorie dazu bislang vergebens. Um das Ausmaß des Problems bewußt zu machen, wird Johannes Ullmaier besonders geglückte und besonders mißglückte Beispiele aus verschiedensten Musiksparten und Epochen präsentieren und diskutieren.
Johannes Ullmaier, geboren 1968, ist Mitherausgeber der Popzeitschrift testcard, lehrt an der Universität Mainz und arbeitet als Lektor beim Suhrkamp Verlag.
(Foto © Ventil Verlag)

