21. April 2011 17Uhr

IMM Studio A 2.24

Nicola Richter über den Traum vom Raum zwischen Schenkel und Kreis

Wir befinden uns in Mitten einer unfassbaren Revolution und wir haben ein Problem: denn wir glauben zu wissen. Dabei beobachten und formulieren wir zusehends Wirklichkeitsmodelle, deren Denkweisen und Bedingungen anhand von Instrumente des Digitalen erstellt und mitgeteilt werden. Neben anderem begründet dieser Umstand, daß Frequenzen und Szenarien der Digitalen Revolution in physischer Abwesenheit erscheinen und somit mittels herkömmlicher Intelligenz nicht greifbar sind. Denn aktuelle Ideen des Realen sind von andersartiger Struktur und somit: mittels neuartiger Einbildungskräfte zu begreifen. Argumentationen des Dualismus - des Entweder | Oder – haben sich an einen Endpunkt diskutiert. Ideen der Realität und Objektivität werden nun mehr durch Modelle der Virtualität repräsentiert. Folglich sind kategorische Unterscheidungen zwischen Ding und Person, 
Körper und Geiste, Mann oder Frau und die Verbindlichkeit einer physikalischen Größe wie die der Verortung überholt. Diese werden – aufgrund historischer Ereignisse des soziokulturellen Wandels – in der global wie digital vernetzen Welt neuartig begriffen, dargestellt und verbunden.

Leise – jedoch stetig und zweifellos: wahrnehmbar – vollzieht sich ein geistiger Wandel und es scheint an der Zeit, Lehren aus den Lehren vergangener Wirklichkeiten zu realisieren und den Schritt ins 21. Jahrhundert zu wagen.

Daher der Traum.

Im angekündigten Vortrag Der Traum vom Raum zwischen Schenkel und Kreis skizziert Nicola Richter Beweggründe der Konstellation einer theoretisch und praktischen Revolution und skizziert dabei, welche Problemata und Möglichkeiten nun mehr Bestand haben.

Diesbezüglich befasst sie sich mit Aspekten der vorherrschenden und unsagbaren Formen einer Sprachlosigkeit die in paradoxen Entwicklungen aus Fort- und Rückschritten verläuft.

Nicola Richter erklärt, welche Potenz diese Zusammenkunft birgt und warum es sinnvoll scheint, diese Wirkungskräfte zu aktivieren, weiter zu erforschen und auszubilden.

"Those moments own a melodie, my silence longs to hear." Nicola Richter

Nicola Richter ist transdisziplinäre Designerin und hat zahlreiche Lehr- und Schulungsformen entwickelt, material- und produktspezifische Vorträge gehalten und schriftliche Beiträge im Bereich Verpackungsdesign, Genderdesign und Servicedesign formuliert.

Hierbei fokussiert sie Phänomene der digitalen Revolution im Kontext De·sign.

Ihre Ausstellungen, Installationen und Interventionen sind von einer komplex angelegten Auseinandersetzung mit Objekt, Film, Klang, Wort und Schrift gekennzeichnet.

 

Poster