24. Juni 2010 17Uhr
IMM Studio A 2.24
Theo Roos über Philosophische Vitamine
Philosophie war über einen langen Zeitraum der Antike eine Übung, eine Praxis. In dieser praktischen Philosophie geht es in erster Linie um Ethos, weniger um die Verkettung von Lehrsätzen. Wer Denksysteme kreiert, egal wie ausgefeilt, kritisch oder rhetorisch brilliant ist noch kein Philosoph. Erst dort, wo Wissen Ethos bildet, zu einer Haltung wird, beginnt die Philosophie.
Philosophische Vitamine markieren die Übergänge vom Denken zum Handeln, von Lehre zum Leben, vom Kopf zur Verkörperung. Vitaminöse Denker/innen wie Diogenes von Sinope, Diotima, Sokrates, Epiktet, Epikur, Theresa von Avila, Hildegard von Bingen, Montaigne, Nietzsche und Emile Cioran geben uns auf je verschiedene Weise eine Praxis der Philosophie. Für Michel Foucault ist diese Praxis eine Aesthetik der Existenz.
Theo Roos ist Filmemacher, Philosoph und Musiker. Er lebt in Köln.
Musik, Philosophie und laufende Bilder sind seine Leidenschaften. Alle drei verwirklichen sich in je verschiedener Gewichtung in seiner Arbeit: in Dokumentarfilmen mit szenischen Elementen, in kurzen Filmessays, in musikalisch fundierten Performances, konzertanten Lesungen, Hörstücken fürs Radio und im Schreiben.
Das Studium (Philosophie, Germanistik, Sport), die Begegnung mit der indischen Kultur, die Lehrerausbildung und acht Jahre wissenschaftliche Arbeit am philosophischen Institut der Ruhr-Universität bilden dabei die Basis.
Seit 2004 ist er Dozent an der ifs in Köln und seit 2008 an der adk in Ludwigsburg. Von ihm sind Im April 2005 im Kiepenheuer & Witsch Verlag erschienen: Philosophische Vitamine. Die Kunst des guten Lebens und im September 2007 Neue Philosophische Vitamine. So lass uns leben.
