24. Mai 2012 17 Uhr
IMM Studio A 2.24
Felix Ensslin über Lacan als Erbe Kants: Freiheit und Ästhetik
Der Bezug zwischen Lacan und Kant ist oft und zurecht am Gegenstand der Moralphilosophie analysiert worden: Kant avec Sade. Hier soll ein anderer Versuch unternommen werden, nämlich diesen Bezug anhand der Ästhetik zu denken. Das reflektierende Urteil Kants, als das Urteil, das sein Gesetz erst sucht und nicht die Phänomene, die uns begegnen unter schon gedachte Gesetze subsumiert, ist oft als Ausgangspunkt für moderne Reflektionen über den Zusammenhang von Ästhetik und dem Politischen genommen worden. In ihm artikuliert sich unsere Begegnung mit einem Anderen, denn ein reflektierendes (oder enger: ein ästhetisches) Urteil kann nur am Gegenstande seinen Ausgang nehmen. In ihm artikuliert sich aber auch unsere Freiheit, denn die dem Ästhetischen eigentümliche Lust bezeugt eine Unbestimmtheit und damit Freiheit. Trotz der Kritik am Transzendentalen seit Schiller und Hegel hat es immer wieder Versuche gegeben, dieses Erbe der ästhetischen Freiheit dennoch für die Ortsbestimmung der Gegenwart handhabbar zu halten. Das ist auch notwendig, soll der Gegenstand der Ästhetik – die Konstruktion der Wahrnehmung und damit die Bestimmung der Kunst – nicht ihren Bezug zum Allgemeinen verlieren. Der Vortrag wird untersuchen, ob nicht gerade die Psychoanalyse Lacans dieses Paradox der Gleichzeitigkeit der Kritik am Transzendentalismus und der Aufrechterhaltung des Bezugs zum Allgemeinen im ästhetischen Urteil produktiv denken kann.
Prof. Dr. Felix Ensslin ist Inhaber des Lehrstuhls für Ästhetik und Kunstvermittlung an der Akademie für Bildende Künste, Stuttgart. Er hat zahlreiche Austellungen und Theaterprojekte verwirklicht und ist Mitherausgeber der Reihe Subjektile im Diaphanes-Verlag und Gründungsmitglied der Gruppe pli-Psychoanalyse nach Lacan in München, Hamburg, Paris, Stuttgart. Er veröffentlichte zahlreiche Beiträge zur Subjekttheorie und -philosophie, zur Ästhetik und zur zeitgenössischen Kunst.

28. Juni 2012 17 Uhr
IMM Studio A 2.24
Matias Aguayo über sein Label Cómeme und dessen Entstehung
Das Plattenlabel Cómeme entstand vor einigen Jahren aus dem Zusammenhang mehrerer in Südamerika ansässiger Musiker und DJs, die gemeinsam Straßenparties in Städten wie Buenos Aires oder Santiago de Chile veranstalteten und die dabei entstehende Musik einem breiteren Publikum über das Netz zugänglich machen wollten. Mittlerweile veröffentlicht das Label auf Vinyl, geht mit seinen Künstlern auf Tour, hat ein enges Band zur Musikszene in Köln und anderen Orten in Europa geschaffen, und sich als Plattform für zeitgenössische Dancemusic, die vornehmlich von der Südhalbkugel kommt, etabliert.
Über Entstehung, Erfahrungen, Schwierigkeiten und deren Lösung wird Labelmitbegründer Matias Aguayo erzählen.
Matias Aguayo, in Santiago de Chile geboren und in Deutschland aufgewachsen, ist Sänger, Musikproduzent und DJ. Als Kind der Kölner Elektronikszene begann er Ende der 90er Jahre seine eigene Musik zu veröffentlichen, mehrere Alben und zahlreiche EPs auf den Labels Kompakt (Köln) und Souljazz (London). Sein Leben führte ihn quer durch Lateinamerika und seine Touren über den ganzen Globus. Zur Zeit hält er sich vorübergehend in Berlin auf.

08. November 2012 17 Uhr
IMM Studio A 2.24
Helen Schneider über Eventplanung
Helen Schneiders Karriere im Bereich Musik und Events begann im Jahr 1989 mit einer Campus-Radiosendung namens Magic Soup, in der ausschließlich Vinylplatten aufgelegt wurden, sowie mit Ferienjobs, in denen sie Festivals und Musikevents aller Art für den lokalen Konzertveranstalter Belkin Productions organisierte, der inzwischen zum Eventgiganten Live Nation gehört.
Ursprünglich aus Cleveland, Ohio stammend, hat Helen bereits in Washington DC, Los Angeles, San Francisco, Chicago und Köln gelebt; zur Zeit wohnt Sie in Berlin. Seit März 2012 arbeitet Helen im Rahmen der Berlin Music Week als Kuratorin und Produzentin für die B2B-Plattform der Musikindustrie namens Word on Sound. Ausgehend von diesem Event als primäre Fallstudie beleuchtet ihr Vortrag die kreativen und produktiven Prozesse im Bereich Tagungs- und Eventplanung in der Musikindustrie.
Bei der Berlin Music Week handelt es sich um ein fünftägiges Event, das verschiedenste Auftritte, Konzerte, Parties, Tagungen, Diskussionsrunden und Seminare umfasst sowie zahlreiche Gelegenheiten zum Knüpfen von Kontakten bietet. Als ein Mekka der Musikbranche baut Berlin im Rahmen dieses Event seine Rolle als kreative Provokateurin weiter aus und bietet sowohl Besuchern als auch Fachleuten ein kompaktes Panorama der neuesten Trends auf dem internationalen Musikmarkt. Organisiert und koordiniert wird die Berlin Music Week von den Kulturprojekten Berlin. Das Projekt wird unterstützt von der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Forschung, Berlin Partner und visitBerlin.

13. Dezember 2012 17 Uhr
IMM Studio A 2.24
Julian Treasure über die vierfache Wirkung von Sound

Auch wenn sich die meisten Menschen dessen nicht bewusst sind, werden wir alle durch Töne und Klänge in vierfacher Hinsicht stark beeinflusst. In seinem Vortrag wird der Autor, international gefragte Referent und Gründer einer Sound Branding-Agentur Julian Treasure im Einzelnen erläutern, auf welche Weise wir in Alltag und Geschäftsleben durch das auf uns einwirkende Klangbild beeinflusst werden, welche Chancen sich im kommerziellen Bereich auftun, wenn wir uns diese Erkenntnis in richtiger Form zunutze machen und welche unerwünschten Folgen es hat, wenn wir Klänge falsch einsetzen. Außerdem erfahren wir, wie wir unser ganz persönliches Sprechen und Zuhören wirkungsvoller gestalten können.
Julian Treasure ist Chairman von The Sound Agency, einer britischen Unternehmensberatung, die ihre internationalen Klienten wie z.B. Volkswagen, Harrods, Nokia, Coca-Cola, BP, Marks & Spencer, Bank Muscat, Waldorf Astoria und BAA dabei unterstützt, bessere Ergebnisse zu erzielen, indem sie die von ihren Klienten in allen Facetten ihres unternehmerischen Auftretens eingesetzten Klangbilder optimiert – beispielsweise indem sie die für die Markenpräsentation und Werbung verwendeten Melodien mit dem dabei Gezeigten in Einklang bringt oder geeignete und wirkungsvolle Klangkulissen für Räume gestaltet und realisiert, die für die jeweilige Marke werben sollen, z.B. in den Ladengeschäften, Büroräumen und Empfangsbereichen der Unternehmen.
Julian Treasure ist der Autor des auf diesem Gebiet wegweisenden Buchs Sound Business. Das bereits in zweiter Auflage und auch in japanischer Sprache erhältliche Buch ist das erste umfassende Werk auf dem neu erschlossenen und höchst interessanten Gebiet des geschäftsfördernden Einsatzes von Klangbildern. Weltweit ist ausführlich in den verschiedensten Medien über den Autor berichtet worden, z.B. im TIME Magazine, The Economist, The Times, in Fernsehen und Radio in Großbritannien, den USA, Kanada, Australien und den Niederlanden sowie in der internationalen Fach- und Wirtschaftspresse. Er tritt weltweit als Referent zum Thema Klangwahrnehmung und Hörerfahrung auf und gehört zu den Wenigen, die auf der Website TED.com durch drei Vorträge vertreten sind.
Julian Treasure möchte erreichen, dass die Welt schön für uns klingt, indem er dem Einzelnen hilft, bewusst zuzuhören und den Unternehmen zeigt, dass schöne und passende Klangbilder gut für’s Geschäft sind.

31. Januar 2013 17 Uhr
IMM Studio A 2.24
Marcus Roßknecht über aktuelle Musik- und Medienproduktion
Die Anforderungen an den kreativ Schaffenden im Bereich der Musik- und Medienproduktion haben sich in den letzten Jahren stark verändert. Was muss man heutzutage mitbringen, um sich in ständig verändernden Arbeitssituationen behaupten zu können? Eine individuelle Lern- und Arbeitsmethodik, viel theoretisches Wissen und praktische Expertise? Oder einfach nur Leidenschaft und die richtige Portion Ausdauer?Marcus Roßknecht beantwortet in seinem Vortrag diese Fragen aus seiner ganz persönlichen Sicht - als konsequenter Autodidakt. Er geht dabei sowohl auf den künstlerisch kreativen Prozess im Studio ein, als auch auf die Lösung vielschichter Herausforderungen in einer komplexen Unternehmensstruktur.Marcus Roßknecht (geboren 1976) ist DJ, Musiker, Toningenieur und arbeitet zur Zeit als Head of Marketing beim Berliner Soft-/Hardware-Unternehmen Native Instruments. Seine musikalische Laufbahn begann 1993 als Techno- und House-DJ im süddeutschen Ravensburg, wo er mit Altmeistern wie Jeff Mills, Laurent Garnier und Felix da Housecat das Mischpult teilte. Mit dem Umzug nach Hamburg 1996 begann zudem die Arbeit als A&R bei Labels wie Motor Music und Ladomat. 1998 gründete er gemeinsam mit Freunden das eigene 7"-Label PARFÜM. Zu dieser Zeit begann auch die Zusammenarbeit mit Andreas Dorau, für den er eine Vielzahl von Remixen und Singles im eigenen Tonstudio produzierte. Nach dem Umzug nach Barcelona 2001 und einer einjährigen DJ-Residenz im Nitsa Club entstand zusammen mit Max Turner das Studio- und Liveprojekt Meteorites, welches auf dem Label von Cristian Vogel und Jamie Lidell veröffentlicht und von Kritikern hoch gelobt wird. Zurück in Hamburg 2004 arbeitete Marcus Roßknecht bei den renommierten Rechtsanwälten und Künstlermanagern Zimmermann&Decker und begann außerdem seine langjährige Zusammenarbeit mit Matias Aguayo, dessen zwei Alben er produzierte sowie drei Jahre gemeinsam die Clubs Europas und Amerikas bespielte. Seit 2008 arbeitet Marcus Roßknecht neben seiner freischaffenden Tätigkeit als Musikproduzent als Konzepter, Videoregisseur und Manager bei Native Instruments - mittlerweile hauptverantwortlich für die Vermarktung des Brands MASCHINE.

 

Archiv

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