05. November 2015 17 Uhr

IMM Studio A 2.24

Florian Opitz über die Arbeit eines Dokumentarfilmers

Florian Opitz ist Dokumentarfilmregisseur, Autor und Journalist. Er hat an den Universitäten Heidelberg und Köln Jura, Geschichte, Psychologie sowie Englische und Amerikanische Literaturwissenschaften studiert.

Seit 1998 hat Florian Opitz zahlreiche Dokumentationen und Dokumentarfilme für verschiedene deutsche und europäische Sender realisiert und als Lehrbeauftragter an verschiedenen Hochschulen Seminare zum Thema Dokumentarfilm gegeben. Seine Filme behandelten politische, historische und gesellschaftliche Themen.

Für sein international erfolgreiches Kinodebüt Der Große Ausverkauf wurde Florian Opitz 2009 mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet. Florian Opitz' zweiter abendfüllender Dokumentarfilm Speed. Auf der Suche nach der verlorenen Zeit (2012) war einer der erfolgreichsten Dokumentarfilme der letzten Jahre im deutschen Kino. Für seinen Film Die Macht der Stromkonzerne erhielt er 2015 seinen zweiten Grimme-Preis für Buch und Regie.

In seinem Vortrag stellt Florian Opitz seine Arbeit vor und diskutiert die Aufgaben und Herausforderungen eines Dokumentarfilmregisseurs.

 

03. Dezember 2015 17 Uhr

IMM Studio A 2.24

Florian Hecker über Klang als immaterielle Kunst

Im Rahmen seines Vortrags über Klang als eine immaterielle Form der Kunst wird Florian Hecker am IMM seine dramaturgische Inszenierung von synthetischen Klängen in Performances, Installationen und veröffentlichten Werken vorstellen.

Florian Hecker hat an der Ludwig-Maximilians-Universität München Computerlinguistik und Psycholinguistik studiert und an der Akademie der Bildenden Künste Wien im Jahr 2003 sein Diplom im Studiengang Bildende Kunst erhalten. Florian Hecker lebt in Kissing, Deutschland, und in Edinburgh, Schottland.
In seinen Performances, veröffentlichten Werken und Installationen setzt Hecker sich mit den speziellen kompositionsrelevanten Entwicklungen der Nachkriegsmoderne, der elektroakustischen Musik und außermusikalischen Disziplinen auseinander. Raum, Zeit und Selbstwahrnehmung werden in seinen akustischen Arbeiten dramaturgisch eingesetzt, indem er einzelne auditive Ereignisse in ihrer Eigentümlichkeit isoliert und bis an die Grenzen ihrer Materialisierung führt. Bei der Herausstellung ihrer objekthaften Autonomie werden Gefühle, Erinnerungen und Assoziationen mit tiefgreifender Intensität geweckt.

Die Premiere des neuesten Werks von Florian Hecker, A Script for Machine Synthesis [Ein Skript für Maschinensynthese] (2015), fand im Stedelijk Museum Amsterdam statt und sein Werk Formulation [Formulierung] (FLV Project) (2014) war Teil der Eröffnungsausstellung in der Fondation Louis Vuitton in Paris.
In letzter Zeit präsentierte er seine Performances unter anderem an folgenden Veranstaltungsorten: Künstlerhaus Graz, Österreich und Midway Contemporary Art, Minneapolis, 2015; Sadie Coles HQ, London; MD72, Berlin; Articulação, Lumiar Cité, Lissabon; documenta 13, Kassel; Nouveau Festival, Centre Georges Pompidou, Paris (alle 2012); MIT Saarinen Chapel, Cambridge, MA; Push & Pull, Tate Modern (beide 2010). Im Jahr 2010 waren seine Werke im MMK, Museum für Moderne Kunst, Frankfurt am Main, in der IKON Gallery, Birmingham, und in der Chisenhale Gallery, London, zu sehen.

Die beachtliche Diskographie von Florian Hecker umfasst über 25 Veröffentlichungen, darunter: Articulação (Editions Mego, Wien, 2014); Chimerization (Editions Mego, Wien, 2012); Speculative Solution (Editions Mego, Wien, 2011) und Acid in the Style of David Tudor (Editions Mego, Wien, 2009).

 

21. Januar 2016 17Uhr

IMM Studio A 2.24

Lee Herrick über die emotionale Wirkung des Filmtons

Lee Herrick wird darüber sprechen, wie Tontechniker zunächst das Tonmaterial aufbereiten und es dann gut abgemischt so in den Film einarbeiten, dass der Ton wesentlich dazu beiträgt, die Vision von Regisseur und Drehbuchautor zur Filmaussage zu realisieren.

Wir alle wissen, dass der Ton in der Welt des Films eine wichtige Rolle spielt. So ist es natürlich wichtig, dass wir die Dialoge gut verstehen, um der Handlung folgen zu können; und wenn wir auf Leinwand oder Bildschirm eine Explosion oder einen Autounfall sehen, dann erwarten wir natürlich auch, eine eindrucksvolle Explosion beziehungsweise die entsprechenden Unfallgeräusche zu hören. Verschiedene Musiksequenzen, die vom Ton erzeugte Atmosphäre, Soundeffekte, Geräusche, Dialoge und andere Sprachelemente ergänzen den modernen Soundtrack des Films, dienen dabei aber nicht nur der Verständlichkeit der Handlung oder der Spannungserzeugung bei einer großen Explosion. Unser wichtigstes Ziel beim Produzieren des Tons für einen Film ist ganz einfach: Dialoge, Tongestaltung und Musik erhöhen die emotionale Wirkung der Bilder auf uns. Das für den Ton verantwortliche Team unterstützt Regisseur und Drehbuchautor dabei, den Zuschauer auf eine Reise zu schicken.

Das Erlebnis im Kinosaal kann durch eine gut durchdachte und präzise umgesetzte Tongestaltung weit über das rein durch die Bilder erzeugte Empfinden hinausgehen. Der Ton steigert die emotionale Wirkung der Bilder und hilft so Regisseur und Autor, die von ihnen im Verlauf der Handlung jeweils gewünschten Gefühle im Zuschauer zu erzeugen.

Lee Herrick arbeitet seit über 25 Jahren im Bereich Tonbearbeitung für Film und Fernsehen. Nachdem er sich zuvor auf die Leitung von Dialoggestaltung und Synchronisation (automatische Dialogaufnahme) spezialisiert hat, ist er in den letzten Jahren als Supervising Sound Editor in London tätig gewesen.

Zu den Filmen, an denen er mitgewirkt hat, gehören Der Goldene Kompass, V wie Vendetta, Slumdog Millionär und in letzter Zeit Dido Elizabeth Belle, Mr. Turner – Meister des Lichts, Miss You Already und Verräter wie wir.

 

Archiv

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