10. November 2016 17Uhr

IMM Studio A 2.24

Lee Herrick über die emotionale Wirkung des Filmtons

Lee Herrick wird darüber sprechen, wie Tontechniker zunächst das Tonmaterial aufbereiten und es dann gut abgemischt so in den Film einarbeiten, dass der Ton wesentlich dazu beiträgt, die Vision von Regisseur und Drehbuchautor zur Filmaussage zu realisieren.

Wir alle wissen, dass der Ton in der Welt des Films eine wichtige Rolle spielt. So ist es natürlich wichtig, dass wir die Dialoge gut verstehen, um der Handlung folgen zu können; und wenn wir auf Leinwand oder Bildschirm eine Explosion oder einen Autounfall sehen, dann erwarten wir natürlich auch, eine eindrucksvolle Explosion beziehungsweise die entsprechenden Unfallgeräusche zu hören. Verschiedene Musiksequenzen, die vom Ton erzeugte Atmosphäre, Soundeffekte, Geräusche, Dialoge und andere Sprachelemente ergänzen den modernen Soundtrack des Films, dienen dabei aber nicht nur der Verständlichkeit der Handlung oder der Spannungserzeugung bei einer großen Explosion. Unser wichtigstes Ziel beim Produzieren des Tons für einen Film ist ganz einfach: Dialoge, Tongestaltung und Musik erhöhen die emotionale Wirkung der Bilder auf uns. Das für den Ton verantwortliche Team unterstützt Regisseur und Drehbuchautor dabei, den Zuschauer auf eine Reise zu schicken.

Das Erlebnis im Kinosaal kann durch eine gut durchdachte und präzise umgesetzte Tongestaltung weit über das rein durch die Bilder erzeugte Empfinden hinausgehen. Der Ton steigert die emotionale Wirkung der Bilder und hilft so Regisseur und Autor, die von ihnen im Verlauf der Handlung jeweils gewünschten Gefühle im Zuschauer zu erzeugen.

Lee Herrick arbeitet seit über 25 Jahren im Bereich Tonbearbeitung für Film und Fernsehen. Nachdem er sich zuvor auf die Leitung von Dialoggestaltung und Synchronisation (automatische Dialogaufnahme) spezialisiert hat, ist er in den letzten Jahren als Supervising Sound Editor in London tätig gewesen.

Zu den Filmen, an denen er mitgewirkt hat, gehören Der Goldene Kompass, V wie Vendetta, Slumdog Millionär und in letzter Zeit Dido Elizabeth Belle, Mr. Turner – Meister des Lichts, Miss You Already und Verräter wie wir.

 

08. Dezember 2016 17Uhr

IMM Studio A 2.24

Ralf Neubauer über vor-ideologisches Close Reading

Ralf Neubauer erörtert am Beispiel einiger schwieriger Gedichte Friedrich Hölderlins allgemeine Fragen der Interpretation literarischer Texte. Es geht in diesem Vortrag darum, Werkzeuge in die Hand zu bekommen, die ein vor-ideologisches Close Reading ermöglichen. Wie geht man mit einem Werk um, das sich, zwischen Klang und Bedeutung aufgespannt, einsinnigen Deutungen radikal entzieht? Wie kommt man unter das Radar der Großen Vereinnahmenden Interpretationen und rührt an die poetischen Maßnahmen, die an Texten faszinieren – und sie aufführbar machen?
Die späten Gedichte Friedrich Hölderlins haben seit ihrer Entdeckung vor etwas mehr als hundert Jahren eine wechselvolle Karriere durchgemacht. Der Autor und sein Werk gerieten im Ersten und im Zweiten Weltkrieg in die Mühlen nationalistischer Ideologie – deswegen gibt es in jeder deutschen Stadt eine Hölderlinstraße. Und lange Zeit las man die spätesten erhaltenen Texte aus dem Turm in Tübingen als tragisch-sinnlose Erzeugnisse aus der Wahnsinnszeit. Heute gelten die späten Gedichte aus den Jahren von 1800 bis 1806 als Gipfelleistungen der literarischen Frühmoderne.

Ralf Neubauer ist Sprachwissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut HyperWerk der Hochschule für Gestaltung und Kunst in Basel. Davor war er, während eines ausufernden Literatur- und Philosophiestudiums, angestellt bei der Hölderlin-Gesellschaft in Tübingen und arbeitete als freier Übersetzer. 

 

19. Januar 2017 17Uhr

IMM Studio A 2.24

Felix Krückels über 50 Mikrofone für eine Fernsehübertragung

Über 50 Mikrofone für eine Fernsehübertragung? Das klingt nach großem Orchester! Bei einer Surroundübertragung eines Fussballspiels sind dabei der Ball, der Sportler und das Publikum das Orchester. Bei einer Formel1 der Rennwagen, die quietschenden Reifen und der röhrende Auspuff.
Wie werden die Mikrofone bei einer modernen Sportübertragung platziert, wie können diese vielen Signale überhaupt live gemischt werden, auf welche Momente kommt es an.
Der Vortrag von Felix Krückels beleuchtet die spannenden und großen Herausforderungen einer modernen Fernsehübertragung.

Felix Krückels ist Business Development Director bei Lawo AG in Rastatt. In dieser Aufgabe bewertet und befördert er die Entwicklung und Umsetzung neuer Geschäftsideen und die Weiterentwicklung des Unternehmens, das in den vergangenen Jahren zusätzlich zu Audio-Broadcast-Lösungen die Geschäftsbereiche Audio über IP-Netzwerke und Videoprozessoren aufgebaut hat. Durch seine langjährige Tätigkeit bei Lawo als Senior Product Manager für die mc² Mischpultserie, die Nova Routingsysteme und die V__Line Videolösungen kann Felix Krückels auf eine reiche Erfahrung und ein umfassendes Knowhow für sein Aufgabenfeld zurückgreifen.
Der in Detmold ausgebildete Dipl.-Tonmeister arbeitete vor seiner Tätigkeit bei Lawo AG als hauptberuflicher Toningenieur vor allem auf Ü-Wägen. Felix Krückels ist immer noch bei einzelnen, besonders anspruchsvollen Broadcast-Produktionen wie Fußball WM und EURO sowie vieler Boxproduktionen von RTL, ARD und Sat1 in den letzten Jahren als Toningenieur im Einsatz, wodurch er sich den direkten Kontakt zur Branche erhält und nah dran an den Erfordernissen und Trends in modernen Fernseh- und Radio-Produktionen bleibt.

 

Archiv

Hier finden Sie die Vorträge, die bereits stattgefunden haben.