14. April 2016 17Uhr

IMM Studio A 2.24

Lorenz Dangel über das Bedürfnis von Filmen nach Musik

Jeder Film braucht eine Kamera. Die meisten Filme brauchen Darsteller, Ton, ein Szenenbild, Kostüme und einen Cutter. Doch welche Filme brauchen Musik? Und wie viel Musik? Und welche Musik?
Für Lorenz Dangel stellt sich diese Frage bei jedem Projekt neu, denn wenn man das Bedürfnis des jeweiligen Films nach Musik ernst nimmt, muß man sich intensiv mit dem Film, dem Drehbuch und der Frage auseinandersetzen, was der Film erzählen will und ob Musik einen Beitrag dazu leisten kann. Musik ist andererseits ein sehr emotionales Thema in der Phase der Postproduktion eines Films und oft treten Regisseure und Produzenten mit eigenen Vorstellungen und Ideen an den Komponisten heran. Der Dialog über Musik mit anderen zählt wesentlich zu den Aufgaben eines Filmkomponisten; das ist ein psychologischer Akt, kein musikalisch-kompositorischer.

Lorenz Dangel studierte Kontrabass und Komposition an der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin, im Anschluss Komposition für Film an der Hochschule für Musik und Theater München. Er beendete sein Studium mit Auszeichnung. 2003 folgte ein Studium im Fach Komposition am Royal College of Music in London, das er mit Auszeichnung abschloss. Seit 2005 lebt und arbeitet Lorenz Dangel in Berlin.
Lorenz Dangel komponiert Filmmusik, klassische Konzertmusik und Musiktheater. Für seine Arbeit an dem Endzeit-Thriller Hell wurde er 2012 mit dem Deutschen Filmpreis ausgezeichnet. In der kompositorischen Arbeit von Lorenz Dangel fällt zum einen die gattungsübergreifende Ausrichtung als auch die stilistische Bandbreite auf, derer er sich bedient. Ihn reizt die Arbeit an Musik in ihren unterschiedlichen Erscheinungsformen und die immer wiederkehrende Suche nach der richtigen Musiksprache. Das Element des Narrativen und das Evozieren von Bildern nimmt in seiner Musik eine zentrale Rolle ein.

 

19. Mai 2016 17Uhr

IMM Studio A 2.24

Jem über Musikproduktion im Pop – Vom Demo zum Master

Jem aka Peter Seifert berichtet in seinem Vortrag von seinen langjährigen Erfahrungen als Musikproduzent, Toningenieur und Mischer und zeigt den Weg vom ersten Demo zum fertigen Master.

Jem ist Musikproduzent, Toningenieur und Mixer. Er arbeitete bereits mit Popgrößen, wie Udo Lindenberg, Ich + Ich und Christina Stürmer. Außerdem ist er mit verantwortlich für die jüngsten Erfolge von Andreas Bourani. Er produzierte und mischte unter anderem den mehrfach Platin ausgezeichneten Hit Auf Uns, auch das Doppel-Platin Album Hey hat Jem produziert und gemischt.

Zweimal schon wurde Jem für seine Arbeit der ECHO für das Beste Produzenten Team verliehen.

Jem ist selber auch begeisterter Musiker und startete seine Karriere als Schüler in der Rockband Jem, deren Namen er seit dem für seine Arbeit als Musikproduzent trägt. Inzwischen hat Jem wie er sagt „seinen Platz an den Reglern gefunden“. Angefangen als Assistant Engineer in der Skyline Tonfabrik in Düsseldorf, hat er sein Handwerk von der Pike auf gelernt.

Zur Zeit arbeitet Peter Seifert aka Jem an der Produktion des neuen Udo Lindenberg Albums.

 

16. Juni 2016 17Uhr

IMM Studio A 2.24

Manuel Schmitt über den ewigen Kampf zwischen Kunst und Kommerz

Wer künstlerisch tätig ist und erfolgreich sein will, kann gewisse kommerzielle Strategien nicht unbeachtet lassen. Doch immer wieder stellt sich die Frage nach Authentizität, nach Integrität und Glaubwürdigkeit. Ein künstlerisches Werk zu verwässern, um es einem breiten Publikum anzupassen? Social Media bestmöglich ausnutzen, um sich selbst und seine Arbeiten zu prostituieren? Ist es nicht besser, ja ehrenwerter, wenn man als Künstler kompromisslos seinem Schaffen nachgeht? Auf der anderen Seite steht der Wunsch nach finanzieller Sicherheit und Freiheit - der Zustand des brotlosen Künstlers ist heutzutage kein erstrebenswertes Ideal. Wie kann man also mit diesem Zwiespalt umgehen, wie kann man den Spagat zwischen Kunst und Kommerz durchführen?

Manuel Schmitt hat an der Kunsthochschule für Medien in Köln studiert und arbeitet seit acht Jahren als selbstständiger Regisseur, Motion Designer, Redakteur und Autor. Seit 2012 betreibt er einen Youtube-Channel unter dem Alias SgtRumpel. Zusammen mit zwei der größten Let's Player Deutschlands (Gronkh und Sarazar) hat er 2014 den Spiele-Entwickler Looterkings gegründet und leitet zur Zeit dort die Entwicklung des ersten Computer-Spiels. Filme von ihm liefen unter anderem auf Arte und im WDR.

 

Archiv

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