Klassische Musikaufnahme

Im Schwerpunkt Klassische Musikaufnahme erlernen die Studierenden die künstlerische Klanggestaltung von E-Musik und Sprache auf Tonträgern. Dabei werden die Mikrofonauswahl und ihre Positionierung, Abmischung, Schnitt sowie der selbstverständliche Umgang mit den aktuellen Technologien die Basis der Lehre sein. Die Entwicklung eines geschulten Gehörs und das Gespür für künstlerisch hochwertige Klangbilder stehen im Vordergrund. Darüber hinaus soll Aufnahmepsychologie und eine Urteilsfähigkeit hinsichtlich spieltechnischer und interpretatorischer Aspekte der klassischen Musik vermittelt werden. Im Seminar von Benno Müller vom Hofe werden Kenntnisse in der Hörspielproduktion erlangt.

 

Eric Ewazen: Ballade für Flöte, Horn und Klavier

Im Rahmen des Vertiefungsmoduls Klassische Musikaufnahme bei Prof. Dagmar Birwe wird die Arbeit mit ausgewählten Kammermusik-Ensembles der Robert Schumann Hochschule intensiviert. Hierbei wird der Fokus besonders auf die musikalische Ausführung und Interpretation, aber auch auf die Kommunikation zwischen Künstler und Aufnahmeleitung gelegt. Auch der klanglich-technische Aspekt spielt bei den Produktionen eine wichtige Rolle.
Am 2. Juli 2016 wurde im Partikasaal die Ballade für Flöte (Marie-Luise Kerkau), Horn (Alexander Wening) und Klavier (Ani Ter-Martirosyan) von Eric Ewazen produziert. Dabei nahm Celia Ruiz Artacho die Position der Toningenieurin an der hauseigenen LAWO-Konsole ein, Sebastian Fecke fungierte als Tape-Operator und Ben Winkler und Lukas Hierl unterstützen als Saal- und Tontechniker. Daniel Przemus übernahm die musikalische Aufnahmeleitung an der Position des Tonmeisters und führte auch die weitere Postproduktion in Rücksprache mit den Musikern und Unterstützung der Seminargruppe durch.
Durch den Einsatz eines von den beiden Ton und Bild-Studenten Max Bier und Lukas Hierl entwickelten Prototypen einer motorisierten und fernsteuerbaren Mikrofon-Stereo-Schiene (siehe Foto), kam auch der technische Aspekt bei der Produktion nicht zu kurz. Die auf der diesjährigen AES-Convention mit dem Gold Award der Student Design Competition ausgezeichnete Stereo-Schiene ermöglicht eine stufen- und lautlose Regulierung des Abstandes der beiden Hauptmikrofone und ihres Winkels zueinander.

 

Ouvertüre zum Fliegenden Holländer

In seinem Werk Ouvertüre zum Fliegenden Holländer, wie sie eine schlechte Kurkapelle morgens um 7 am Brunnen vom Blatt spielt parodiert Paul Hindemith Wagners pompöse Ouvertüre zur Oper Der Fliegende Holländer, indem er die Ouvertüre für Streichquartett bearbeitet und falsche Töne sowie spielerische Schludrigkeiten hineinkomponiert. Dadurch ist die Aufführung des Stückes eine große Herausforderung und lässt einen großen interpretatorischen Spielraum zu. Entweder man hält sich genau an Hindemiths Notentext oder man reizt diesen im Sinne des Titels noch ein wenig aus.
In der vorliegenden Auslegung des Iris-Quartetts (Vl1: Sebastian Gäßlein; Vl2: Katharina Lemberg; Vla: Simon Doggenweiler-Denkhaus; Vc: Lea-Maria Haas) wurde eng am Notentext gearbeitet, wodurch das Werk sehr genau ausgeleuchtet und Hindemiths Schalk minutiös herausgearbeitet wurde. Tonmeister Joan Lennard Schubert hat für diese Aufnahme auf Stützmikrofone verzichtet und lediglich mit einer Haupt- und einer Raummikrofonierung gearbeitet. Durch diesen puristischen Ansatz kommt das Quartett als klangliche Einheit optimal zur Geltung und wird dennoch detailliert abgebildet.
Die Aufnahme entstand als Arbeit für die Abschlussprüfung im Vertiefungsmodul Klassische Musikaufnahme im Wintersemester 2015/16 und erschien zudem auf der CD Musikalische Wegweiser, die von der Landesregierung NRW anlässlich des 70. Geburtstages des Landes mit der Hochschule für Musik Detmold und der Robert Schumann Hochschule Düsseldorf produziert wurde.

 

Kooperation mit dem Festival Junger Künstler Bayreuth

Das Festival junger Künstler Bayreuth richtet sich an junge Musikerinnen und Musiker verschiedener Nationen und hat das Schaffen internationaler Begegnung sowie die künstlerische Bildung in Meisterkursen, Kammermusik-, Chor- und Orchesterprojekten zum Ziel. Im Jahr 2006 wurde ein Kooperationsvertrag zwischen der Robert Schumann Hochschule Düsseldorf und dem Festival Junger Künstler geschlossen. Seitdem nehmen Studierende der Studiengänge Ton und Bild und Musik und Medien regelmäßig an dem Festival in Form eines drei- bis vierwöchigen Toningenieur-Workshops teil. Dabei steht neben der Begegnung mit Musikern und Musikerinnen unterschiedlicher Nationen auch der Erfahrungsgewinn in allen Bereichen der E-Musik-Produktion im Mittelpunkt des Interesses.
Im Jahr 2014 hatten zwölf Studierende des IMM wieder die Gelegenheit beim Festival junger Künstler Bayreuth Aufnahmeerfahrungen in verschiedenen Bereichen der klassischen Musik und der Projektleitung zu sammeln. Das IMM-Team wurde von Jeff Schiltz und Kai Detlefsen, Studierende des Studiengangs Musik und Medien, koordiniert. Matthias Kulow, Student des Studiengangs Ton und Bild, war für die Realisierung des Imagefilms über die vielfältige Arbeit der IMM-Studenten maßgeblich verantwortlich.

 

Erich Wolfgang Korngold "Sea Hawk"

Studierende des IMM waren vom 14. bis 21. Oktober 2013 für den Tonmitschnitt der Proben und Konzerte Willkommen in Deutschland - Entartete Musik mit den Toten Hosen und dem Sinfonieorchester der Robert Schumann Hochschule verantwortlich.
Für die drei Konzerte in der Düsseldorfer Tonhalle wurden zwei mobile Regien aufgebaut. Hier wurden die 130 Mikrofonsignale verwaltet, die Verbindung zur Bildregie sicher gestellt und eine detaillierte Live-Mischung aller drei Konzerte angefertigt. 

Die künstlerische Aufnahmeleitung übernahmen die IMM-Studenten David Ropertz und Charel Bourkel im Rahmen eines Studienprojekts innerhalb des Projektmoduls des Studiengangs Musik und Medien.
Betreut wurde das Projekt von Prof. Werner Roth, Prof. Dagmar Birwe und IMM-Dozent Stephan Friedrich.
Unter anderen wurde auch die Filmmusik The Sea Hawk von Erich Wolfgang Korngold aufgeführt. Hierfür übernahm Charel Bourkel die Postproduktion.

 

Charles-Marie Widor "Suite Op. 34" Satz 1

Am 12. und 13. Februar 2015 fand für die Studierenden des Studienschwerpunkts Klassische Musikaufnahme ein Workshop zu dem Thema Auro 3D und 2+2+2 Stereophonie mit Dipl.-Tonmeister Werner Dabringhaus statt. Werner Dabringhaus führt mit seinem Label Dabringhaus & Grimm schon seit Jahren Aufnahmen in diesem Format durch. Er referierte über seine Erfahrungen und stellte eigene Ergebnisse im Rahmen einer Vorführung vor.
Der zweite Teil des Workshops beinhaltete eine Auro3D-Aufnahme im Partikasaal mit der Flötistin Antje Thiele (Klasse Prof. Faust) und der Pianistin Akiko Sigfridsson. Die beiden Musikerinnen interpretierten die Suite op. 34 von Charles-Marie Widor. Die Produktion wurde von der angeschlossenen Partikasaal-Tonregie aus geleitet, die eigens für diesen Workshop mit vier zusätzlichen Geithain-Lautsprechern aufgerüstet worden war.
Die teilnehmenden Studierenden führten mit Werner Dabringhaus zusammen die Produktion durch und konnten dabei, wie auch beim anschließenden gemeinsamen Mischen gute Einblicke in seine Arbeitsweise gewinnen. Diese zeichnet sich durch eine effiziente Mikrofonanordnung aus, aus der sich einfach die drei Formate Stereo, Surround und Auro gewinnen lassen.