Klassische Musikaufnahme

Im Schwerpunkt Klassische Musikaufnahme erlernen die Studierenden die künstlerische Klanggestaltung von E-Musik und Sprache auf Tonträgern. Dabei werden die Mikrofonauswahl und ihre Positionierung, Abmischung, Schnitt sowie der selbstverständliche Umgang mit den aktuellen Technologien die Basis der Lehre sein. Die Entwicklung eines geschulten Gehörs und das Gespür für künstlerisch hochwertige Klangbilder stehen im Vordergrund. Darüber hinaus soll Aufnahmepsychologie und eine Urteilsfähigkeit hinsichtlich spieltechnischer und interpretatorischer Aspekte der klassischen Musik vermittelt werden. Im Seminar von Benno Müller vom Hofe werden Kenntnisse in der Hörspielproduktion erlangt.

 

Kooperation mit dem Festival Junger Künstler Bayreuth

Das Festival junger Künstler Bayreuth richtet sich an junge Musikerinnen und Musiker verschiedener Nationen und hat das Schaffen internationaler Begegnung sowie die künstlerische Bildung in Meisterkursen, Kammermusik-, Chor- und Orchesterprojekten zum Ziel. Im Jahr 2006 wurde ein Kooperationsvertrag zwischen der Robert Schumann Hochschule Düsseldorf und dem Festival Junger Künstler geschlossen. Seitdem nehmen Studierende der Studiengänge Ton und Bild und Musik und Medien regelmäßig an dem Festival in Form eines drei- bis vierwöchigen Toningenieur-Workshops teil. Dabei steht neben der Begegnung mit Musikern unterschiedlicher Nationen auch der Erfahrungsgewinn in allen Bereichen der E-Musik-Produktion im Mittelpunkt des Interesses.
Im Jahr 2014 hatten zwölf Studierende des IMM wieder die Gelegenheit beim Festival junger Künstler Bayreuth Aufnahmeerfahrungen in verschiedenen Bereichen der klassischen Musik und der Projektleitung zu sammeln. Das IMM-Team wurde von Jeff Schiltz und Kai Detlefsen, Studierende des Studiengangs Musik und Medien, koordiniert. Matthias Kulow, Student des Studiengangs Ton und Bild, war für die Realisierung des Imagefilms über die vielfältige Arbeit der IMM-Studenten maßgeblich verantwortlich.

 

Erich Wolfgang Korngold "Sea Hawk"

Studierende des IMM waren vom 14. bis 21. Oktober 2013 für den Tonmitschnitt der Proben und Konzerte Willkommen in Deutschland - Entartete Musik mit den Toten Hosen und dem Sinfonieorchester der Robert Schumann Hochschule verantwortlich.
Für die drei Konzerte in der Düsseldorfer Tonhalle wurden zwei mobile Regien aufgebaut. Hier wurden die 130 Mikrofonsignale verwaltet, die Verbindung zur Bildregie sicher gestellt und eine detaillierte Live-Mischung aller drei Konzerte angefertigt. 

Die künstlerische Aufnahmeleitung übernahmen die IMM-Studenten David Ropertz und Charel Bourkel im Rahmen eines Studienprojekts innerhalb des Projektmoduls des Studiengangs Musik und Medien.
Betreut wurde das Projekt von Prof. Werner Roth, Prof. Dagmar Birwe und IMM-Dozent Stephan Friedrich.
Unter anderen wurde auch die Filmmusik The Sea Hawk von Erich Wolfgang Korngold aufgeführt. Hierfür übernahm Charel Bourkel die Postproduktion.

 

Charles-Marie Widor "Suite Op. 34" Satz 1

Am 12. und 13. Februar 2015 fand für die Studierenden des Studienschwerpunkts Klassische Musikaufnahme ein Workshop zu dem Thema Auro 3D und 2+2+2 Stereophonie mit Dipl.-Tonmeister Werner Dabringhaus statt. Werner Dabringhaus führt mit seinem Label Dabringhaus & Grimm schon seit Jahren Aufnahmen in diesem Format durch. Er referierte über seine Erfahrungen und stellte eigene Ergebnisse im Rahmen einer Vorführung vor.
Der zweite Teil des Workshops beinhaltete eine Auro3D-Aufnahme im Partikasaal mit der Flötistin Antje Thiele (Klasse Prof. Faust) und der Pianistin Akiko Sigfridsson. Die beiden Musikerinnen interpretierten die Suite op. 34 von Charles-Marie Widor. Die Produktion wurde von der angeschlossenen Partikasaal-Tonregie aus geleitet, die eigens für diesen Workshop mit vier zusätzlichen Geithain-Lautsprechern aufgerüstet worden war.
Die teilnehmenden Studierenden führten mit Werner Dabringhaus zusammen die Produktion durch und konnten dabei, wie auch beim anschließenden gemeinsamen Mischen gute Einblicke in seine Arbeitsweise gewinnen. Diese zeichnet sich durch eine effiziente Mikrofonanordnung aus, aus der sich einfach die drei Formate Stereo, Surround und Auro gewinnen lassen.

 

Dmitri Schostakowitsch: Klaviertrio No. 1 in c-Moll, op. 8

Am 19. Mai 2014 produzierten Studierende des Vertiefungsmoduls Klassische Musikaufnahme im Partika-Saal der Robert Schumann Hochschule eine Aufnahme von Dmitri Schostakowitschs Klaviertrio No. 1 in c-Moll, op. 8.
Das studentische Trio um Seunghun Sin (Violine), Su-ji Moon (Violoncello), Soojin Ko (Klavier) und Studierende des IMM arbeiteten einen Tag lang an der Aufnahme dieses ergreifenden Frühwerkes Schostakowitschs. Unterstützt von der Professorin für Künstlerische Musikproduktion, Dagmar Birwe, waren Lukas Baumgart und Tobias Weber (Tontechniker), Thomas Csaba (Tape-OP), Andreas Skandy (Toningenieur) und Nils Schmalenströr (Tonmeister, Schnitt) an der Produktion beteiligt.

 

Kammermusikproduktion mit historischer Bassklarinette

Im Laufe der vergangenen zwei Semester entstand an der Robert Schumann Hochschule Düsseldorf eine Kammermusikproduktion, deren Ziel es war, die kürzlich restaurierte, historische Bassklarinette der Fachwelt und anderen Interessenten vorzustellen.
Prof. Kerstin Grötsch spielte das historische Instrument aus der Werkstatt von Johann Simon Stengel, das nach Ihren Recherchen einst bei der Erstaufführung von Richard Wagners Tristan und Isolde in Bayreuth verwendet wurde. In Zusammenarbeit mit Thorsten Kuhn (Studiengang Ton und Bild), der die Funktion des Tonmeisters übernahm, entstanden zwei Aufnahmen im Partika-Saal und in der Partika-Tonregie.
Zum einen wurde die Komposition Le Rêve d´Orphée von Prof. Manfred Trojahn, die 2013 anlässlich der feierlichen Präsentation dieser besonderen Bassklarinette geschrieben wurde, sowie die Arie des Marke aus Tristan und Isolde in einer Besetzung für Klavier, Gesang und Bassklarinette in A produziert. Prof. Frank Zabel übernahm hierbei den Klavierpart, Thorsten Grümbel, Sänger an der Oper Düsseldorf, sang die Partie des König Marke.
Es entstand ein Tondokument, das die Klangfarbe der Bassklarinette in A, wie sie Wagner vorschwebte, erlebbar macht. Interessant ist hierbei auch der Aspekt, dass die Bassklarinette in A nach dem 2. Weltkrieg nicht mehr gebräuchlich war und ihr Klang daher auch nicht mehr im heutigen Orchester präsent ist. Die historische Bassklarinette in A der Robert Schumann Hochschule ist die bis dato weltweit älteste erhaltene, spielbare ihrer Art.
Die Aufnahmen erhielten von der Fachwelt auf einem Klarinetten-Symposium in Leipzig im Februar 2014 ein sehr positives Echo, wo sie von Prof. Kerstin Grötsch vorgestellt wurden.