Musik und Text

Die Überschneidungen und Spannungen zwischen Musik und Sprache, zwischen Klang und Text sind vielfältig und ergeben ein eigenständiges Feld, das unterschiedlichste Herangehensweisen integriert. Am IMM teilt sich der Studienschwerpunkt Musik und Text in die folgenden drei Felder: Schreiben über Klang, Künstlerischer Text in Musik, Film und Hörspiel, sowie Narration und Medienästhetik.

Mediale oder inhaltliche Aspekte künstlerischen Schreibens, wissenschaftliche oder journalistische Auseinandersetzung mit Musik und Akustik, Recherche und Narration bzgl. Hörspiel, Film oder Performance – die Auseinandersetzung mit verschiedenen Textsorten, Schreib- und Sprechformen ist vielversprechend, genauso wie die Aussicht, einen weiteren Kontext künstlerischer, kultureller, politischer und wissenschaftlicher Themen berühren zu können.

Musik und Text ist interessant für alle, die an Kritiken, Lyrics, Booklets, an experimentellen Hörspielen, Text-Klang Kompositionen, Recherchekunst und Dokumentarfilm, an fiktiver Narration und theoretischen Argumentationen arbeiten wollen.

Weitere Informationen bietet der Blog des Schwerpunkts.

 

VI - Raum 1

Motiviert von der ästhetischen Qualität von Foley-Samples und speziell solchen, die eine (para-) linguistische Ebene aufweisen, ist eine knapp einstündige Geräuschkomposition entstanden, die durch zusätzliche Melodiefragmente vom Synthesizer begleitet wird.
Der ehemalige Musik und Medien-Student Armin Mieth nutzte für das Stück konsequent den kompletten Inhalt einer Sample-Datenbank für Film-Sound (Foleys). Über den Verlauf der Komposition scheinen sich die Geräusche mehr und mehr Stimme und Sprache anzunähern, ohne aber konkret etwas zu erzählen – ein offenes Kunstwerk im besten Sinne. Mittlerweile ist dieses Stück akustischer Kunst bei dem Label Chocolate Monk auf CD erschienen, und Noise-Musik Legende Matt Krefting äussert sich auf der Labelwebsite folgendermassen: “Weirdly hypnotic, the kind of thing that lets your ears perk up to eagerly pick up detail while the rest of your body melts into the couch.”

 

Performanceprojekt Go On Girl

Lisa Spielmann, Studiengang Musik und Medien, entwickelte, innerhalb des Jahresprojektes Übersetzen des Kollegs für Musik und Kunst Montepulciano, zusammen mit Marie-Lena Kaiser (Studiengang Tanz, Folkwang Universität) eine interdisziplinäre Performance. Als Teil der Zusammenarbeit beschäftigten sich insgesamt zehn Studentinnen aus den Bereichen Kunst, Tanz, Musik, Schauspiel und Gestaltung, knapp zwei Wochen lang, mit plakativen Tanzbewegungen der Frau, wie z.B. Twerken und Booty-Shake und experimentierten dazu intensiv mit der Wiederholung von Bewegung und Wort.
Shake, Baby Shake! Ist ein Booty-Shake eine anreizende Geste oder nur Teil eines anstrengenden Kraftaktes? Ist ein Wort ein Bedeutungsträger oder Baustein eines rhytmischen Beats? Diese Fragestellungen inspirierten die Künstlerinnen zu der fünfzehnminütigen Tanz-Performance Go on Girl.

 

Von der Entdeckung der Null

Ein Konzert, das nicht stattfindet. Ein Dialog, der viele Sprachen spricht. Er steht im Dialog mit dem Nichts.
Diese Auseinandersetzung wird durch Stimme, der Ney-Flöte und Supercollider hörbar, erfahrbar und erlebbar gemacht. Eine Stimme aus dem Lautsprecher leitet an. Den Anleitungen folgen – ist das überhaupt moeglich?
Ein ständiges Oszillieren zwischen Aktivität und Passivität, Denken und nicht Denken. Reine Passivität als unmöglicher Auftrag. Eine klangpoetische Betrachtung der Nutzlosigkeit als Lichtblick, von der Dauer einer Viertelstunde.
Die Arbeit von Florian Zeeh enstand als Abschlussprüfung im Vertiefungsmodul bei Marc Matter, Dozent für Musik und Text.

 

3scapism

Für seine Abschlussarbeit im Vertiefungsmodul Musik und Text widmete sich Martin Preikschas dem Grenzbereich zwischen Sprache, Klang und Musik in der Form eines experimentellen Kurz-Hörspiels. Aus drei gesprochenen Strophen eines selbst verfassten Gedichts generieren sich drei Akte, in denen schrittweise die Schöpfung einer surrealen Gegenwelt erzählt wird. Der Idee eines hermetischen Gedankenraumes folgend, wurde für die einzelnen Sequenzen ausschließlich das aufgenommene Sprachmaterial der vorangestellten Strophe verwendet.

 

Rhythmische Theorie | Fragmentierte Stimme | Konzeptionelle Tanzmusik

Die Bachelorarbeit von Lukas Truniger (Studiengang Musik und Medien) dreht sich um drei Themenfelder: Stimme, Theorie und elektronische Tanzmusik. Die Verbindungen zwischen den drei Aspekten bilden das Gerüst für die Komposition von elektronischen Stücken. Stimme wird entweder als Klangmaterial stark verfremdet und konkret für das Einsprechen von eigenen Texten verwendet. Es kommen Markov-Ketten als algorithmische Kompositionstechnik und zur Fragmentierung der Texte zum Einsatz. Dabei entstand eine EP mit vier Tracks, welche im Rahmen der Ausstellung Prozess & Reflexion am 25. Juli 2013 in der Betonbox in Düsseldorf in Form von Hörstationen gezeigt wurden. In der Ausstellung waren die Texte zum jeweiligen Stück als generative Visualisierungen zu sehen. Sie enstanden zusammen mit dem Basler Programmier Fabian Frei.