Musik und Text

Die Überschneidungen und Spannungen zwischen Musik und Sprache, zwischen Klang und Text sind vielfältig und ergeben ein eigenständiges Feld, das unterschiedlichste Herangehensweisen integriert. Am IMM teilt sich der Studienschwerpunkt Musik und Text in die folgenden drei Felder: Schreiben über Klang, Künstlerischer Text in Musik, Film und Hörspiel, sowie Narration und Medienästhetik.

Mediale oder inhaltliche Aspekte künstlerischen Schreibens, wissenschaftliche oder journalistische Auseinandersetzung mit Musik und Akustik, Recherche und Narration bzgl. Hörspiel, Film oder Performance – die Auseinandersetzung mit verschiedenen Textsorten, Schreib- und Sprechformen ist vielversprechend, genauso wie die Aussicht, einen weiteren Kontext künstlerischer, kultureller, politischer und wissenschaftlicher Themen berühren zu können.

Musik und Text ist interessant für alle, die an Kritiken, Lyrics, Booklets, an experimentellen Hörspielen, Text-Klang Kompositionen, Recherchekunst und Dokumentarfilm, an fiktiver Narration und theoretischen Argumentationen arbeiten wollen.

Weitere Informationen bietet der Blog des Schwerpunkts.

 

Die Lücke

In der Text-Klangcollage Die Lücke von Rebecca Himmerich werden Menschen aus dem persönlichen Umfeld der Autorin mit Begriffen zum Thema Zwischenraum konfrontiert. Sie sprechen ihre spontanen Assoziationen in ein Smartphone. Diese kurzen Texte korrespondieren mit bearbeiteten Geräuschaufnahmen, werden von ihnen untermalt oder auch überrannt. Schnupfen und Direktheit haben Methode.
Die Lücke entstand als Abschlussarbeit im Schwerpunkt Musik und Text.

 

This is why I don’t like lyrics in music

In dem elektronischen Musikstück This is why I don’t like lyrics in music setzt sich Musik und Medien-Studentin Verena Hentschel mit ihrer Aversion gegenüber Texten in Musikstücken auf musische und textbasierte Art und Weise auseinander.
Das Sprechen der immerzu gleichen Textzeile This is why I don't like lyrics soll durch den Einsatz verschiedener Stimmfarben und durch Betonungen der unterschiedlichen Satzbestandteile diverse Möglichkeiten aufzeigen, diese Aussage zu interpretieren. Dabei werden die variierenden Betonungen durch Effekte, die die Tonhöhe und die Geschwindigkeit betreffen, unterstützt. Das Stück wird begleitet von einem gleichgültigen Klangcharakter in der Stimme, sowie einer gewissen Monotonie, um die spezielle Haltung gegenüber Texten in Musik zu unterstreichen. Ein szenisches Element in Dialogform relativ zu Beginn des Stücks, sowie experimentelle Sounds und ein Pfeifen von eher unmotiviertem Charakter sollen neben aller Eintönigkeit einen karikativen Touch in dieses elektronische Musikstück bringen.

 

Routine

Die Straße ist nicht nur ein Transportweg, sondern auch ein kollektives Archiv. Verschiedenste Textformen interagieren dort miteinander: Bedingt oder gar nicht Lesbares, eilig Hingerotztes - Aufkleber, Tags, Graffiti - finden sich inmitten deutlich erkennbarer Straßenbeschilderung, zwischen Reklametafeln und Klingelschildern. Motive wiederholen sich und werden variiert. Dieses ständiger Veränderung unterworfene Archiv dient als Schauplatz für eine verlangsamte Feldbegehung.
Die Schrift innerhalb dieser Strecken stößt Gedanken an, der Läufer führt einen inneren Monolog; das Gelesene weckt Bilder, Klänge und Worte in ihm. Die Schrift auf der vorgegebenen Route dient als Improvisationsgrundlage für den Läufer, der daraus entstandene Text ist Improvisationsgrundlage für die Sprecher. Aus der gesprochenen Improvisation wächst eine Klangkomposition.
Routine ist ein psychogeographisches Radiostück von Christoph Collenberg, entstanden im Vertiefungsmodul Musik und Text.
Sprecher: Pia Alena Wagner, Johannes Sasse, Louisa Natterer, Ulf Mendak, Natalie Linz und Christoph Collenberg.

 

Ein Studiobesuch bei den Orsons

Für das HipHop-Magazin ALL GOOD besuchte Simon Langemann die vierköpfige Band Die Orsons auf der Schwäbischen Alb, wo diese gerade im Begriff war, ihr Erfolgsalbum What's goes fertigzustellen. Im Gepäck eine Kamera, ein Stativ, einen Audio-Rekorder. Auf dem Plan wenig Konkretes. Das einzige Ziel bestand darin, tiefer zu gehen als üblich, zeitlich und räumlich näher an den Entstehungsprozess zu gelangen als in späteren Promo-Interviews. Vor Ort wurde dementsprechend unbeschwert in den Nachmittag hineingelebt, hier und da mitgeschnitten, fotografiert, spaßeshalber gefilmt. Es hing nicht zuletzt mit der großen Gesprächsbereitschaft der Musiker zusammen, dass unterm Strich weit mehr Material zusammenkam als erhofft: zwei klassisch transkribierte Interviews, eine ausführliche Reportage, ein dokumentarischer Videoclip und eine Bilderserie.

 

Wortsampler

Am 11. und 12. April 2015 fand zum ersten Mal in der Düsseldorfer Betonbox das Wortsampler Festival statt. Neben dem Abend mit Aufführungen und Performances, an dem Audio-Texte, Sample-Poetry und digitale Poesie präsentiert wurden, waren zur Konferenz am folgenden Tag Gäste eingeladen, um über das Potential des noch un-etikettierten Genres zu sprechen.
Beim dem Projekt Wortsampler von Florian Zeeh liegt der Schwerpunkt auf unterschiedlichen Formen akustischer Kunst und Literatur, die unter Einbeziehung von akustischem Fremdmaterial im Medium Text nach neuen poetischen Formen suchen. Dabei handelt es sich um ein Feld zwischen Literatur, Klangkunst und Performance, in dem schon lange experimentiert wird, das im Literaturbetrieb kaum Beachtung findet.
Wortsampler entstand als Projekt im Studienschwerpunkt Musik und Text unter der Betreuung von und in Zusammenarbeit mit Marc Matter.