Musik und Text

Die Überschneidungen und Spannungen zwischen Musik und Sprache, zwischen Klang und Text sind vielfältig und ergeben ein eigenständiges Feld, das unterschiedlichste Herangehensweisen integriert. Am IMM teilt sich der Studienschwerpunkt Musik und Text in die folgenden drei Felder: Schreiben über Klang, Künstlerischer Text in Musik, Film und Hörspiel, sowie Narration und Medienästhetik.

Mediale oder inhaltliche Aspekte künstlerischen Schreibens, wissenschaftliche oder journalistische Auseinandersetzung mit Musik und Akustik, Recherche und Narration bzgl. Hörspiel, Film oder Performance – die Auseinandersetzung mit verschiedenen Textsorten, Schreib- und Sprechformen ist vielversprechend, genauso wie die Aussicht, einen weiteren Kontext künstlerischer, kultureller, politischer und wissenschaftlicher Themen berühren zu können.

Musik und Text ist interessant für alle, die an Kritiken, Lyrics, Booklets, an experimentellen Hörspielen, Text-Klang Kompositionen, Recherchekunst und Dokumentarfilm, an fiktiver Narration und theoretischen Argumentationen arbeiten wollen.

Weitere Informationen bietet der Blog des Schwerpunkts.

 

Routine

Die Straße ist nicht nur ein Transportweg, sondern auch ein kollektives Archiv. Verschiedenste Textformen interagieren dort miteinander: Bedingt oder gar nicht Lesbares, eilig Hingerotztes - Aufkleber, Tags, Graffiti - finden sich inmitten deutlich erkennbarer Straßenbeschilderung, zwischen Reklametafeln und Klingelschildern. Motive wiederholen sich und werden variiert. Dieses ständiger Veränderung unterworfene Archiv dient als Schauplatz für eine verlangsamte Feldbegehung. Die Schrift innerhalb dieser Strecken stößt Gedanken an, der Läufer führt einen inneren Monolog; das Gelesene weckt Bilder, Klänge und Worte in ihm. Die Schrift auf der vorgegebenen Route dient als Improvisationsgrundlage für den Läufer, der daraus entstandene Text ist Improvisationsgrundlage für die Sprecher. Aus der gesprochenen Improvisation wächst eine Klangkomposition.
Routine ist ein psychogeographisches Radiostück von Christoph Collenberg, entstanden im Vertiefungsmodul Musik und Text.
Sprecher: Pia Alena Wagner, Johannes Sasse, Louisa Natterer, Ulf Mendak, Natalie Linz und Christoph Collenberg.

 

Ein Studiobesuch bei den Orsons

Für das HipHop-Magazin ALL GOOD besuchte Simon Langemann die vierköpfige Band Die Orsons auf der Schwäbischen Alb, wo diese gerade im Begriff war, ihr Erfolgsalbum What's goes fertigzustellen. Im Gepäck eine Kamera, ein Stativ, einen Audio-Rekorder. Auf dem Plan wenig Konkretes. Das einzige Ziel bestand darin, tiefer zu gehen als üblich, zeitlich und räumlich näher an den Entstehungsprozess zu gelangen als in späteren Promo-Interviews. Vor Ort wurde dementsprechend unbeschwert in den Nachmittag hineingelebt, hier und da mitgeschnitten, fotografiert, spaßeshalber gefilmt. Es hing nicht zuletzt mit der großen Gesprächsbereitschaft der Musiker zusammen, dass unterm Strich weit mehr Material zusammenkam als erhofft: zwei klassisch transkribierte Interviews, eine ausführliche Reportage, ein dokumentarischer Videoclip und eine Bilderserie.

 

Wortsampler

Am 11. und 12. April 2015 fand zum ersten Mal in der Düsseldorfer Betonbox das Wortsampler Festival statt. Neben dem Abend mit Aufführungen und Performances, an dem Audio-Texte, Sample-Poetry und digitale Poesie präsentiert wurden, waren zur Konferenz am folgenden Tag Gäste eingeladen, um über das Potential des noch un-etikettierten Genres zu sprechen.
Beim dem Projekt Wortsampler von Florian Zeeh liegt der Schwerpunkt auf unterschiedlichen Formen akustischer Kunst und Literatur, die unter Einbeziehung von akustischem Fremdmaterial im Medium Text nach neuen poetischen Formen suchen. Dabei handelt es sich um ein Feld zwischen Literatur, Klangkunst und Performance, in dem schon lange experimentiert wird, das im Literaturbetrieb kaum Beachtung findet.
Wortsampler entstand als Projekt im Studienschwerpunkt Musik und Text unter der Betreuung von und in Zusammenarbeit mit Marc Matter.

 

VI - Raum 1

Motiviert von der ästhetischen Qualität von Foley-Samples und speziell solchen, die eine (para-) linguistische Ebene aufweisen, ist eine knapp einstündige Geräuschkomposition entstanden, die durch zusätzliche Melodiefragmente vom Synthesizer begleitet wird.
Der ehemalige Musik und Medien-Student Armin Mieth nutzte für das Stück konsequent den kompletten Inhalt einer Sample-Datenbank für Film-Sound (Foleys). Über den Verlauf der Komposition scheinen sich die Geräusche mehr und mehr Stimme und Sprache anzunähern, ohne aber konkret etwas zu erzählen – ein offenes Kunstwerk im besten Sinne. Mittlerweile ist dieses Stück akustischer Kunst bei dem Label Chocolate Monk auf CD erschienen, und Noise-Musik Legende Matt Krefting äussert sich auf der Labelwebsite folgendermassen: “Weirdly hypnotic, the kind of thing that lets your ears perk up to eagerly pick up detail while the rest of your body melts into the couch.”

 

Performanceprojekt Go On Girl

Lisa Spielmann, Studiengang Musik und Medien, entwickelte, innerhalb des Jahresprojektes Übersetzen des Kollegs für Musik und Kunst Montepulciano, zusammen mit Marie-Lena Kaiser (Studiengang Tanz, Folkwang Universität) eine interdisziplinäre Performance. Als Teil der Zusammenarbeit beschäftigten sich insgesamt zehn Studentinnen aus den Bereichen Kunst, Tanz, Musik, Schauspiel und Gestaltung, knapp zwei Wochen lang, mit plakativen Tanzbewegungen der Frau, wie z.B. Twerken und Booty-Shake und experimentierten dazu intensiv mit der Wiederholung von Bewegung und Wort.
Shake, Baby Shake! Ist ein Booty-Shake eine anreizende Geste oder nur Teil eines anstrengenden Kraftaktes? Ist ein Wort ein Bedeutungsträger oder Baustein eines rhytmischen Beats? Diese Fragestellungen inspirierten die Künstlerinnen zu der fünfzehnminütigen Tanz-Performance Go on Girl.