Musikinformatik

Musikinformatik ist ein interdisziplinäres Arbeitsfeld, das mit algorithmischen Prozessen experimentiert und sie in den Kontext von Installationen, Kompositionen, Programmen und theoretischen Überlegungen einbettet. Projekte in diesem Bereich können sich mit künstlerischen wie wissenschaftlichen Fragestellungen beschäftigen sowie andere Module ergänzen. Zur Zeit teilt sich am IMM teilt die Musikinformatik in folgende Bereiche ein: Algorithmische Akustik (Algorithmische Klangsynthese, Sonifikation, Philosophie der Informatik, SuperCollider), Hybrid Sound Computing / Erweiterte Systeme (Live Elektronik, Tangible Auditory Interfaces, Halbanaloge Klangsynthese), sowie grafische Programmierung (PureData, Max/MSP). Die Lehrveranstaltungen leben von der Verbindung von praktischer Abstraktion und theoretischer Arbeit am Material.

 

Vomvomzum

Analog, digital – egal; auf den Sound kommt es an. Florian Zeeh programmierte in MaxMSP ein Programm, dass verschiedene Parameter (z.B. Frequenz, Lautstärke und Transienten) des live gespielten Saxophons analysiert und synthetisiert.

 

iSyncSynths

iSyncSynths ist eine elektroakustische Performance für acht Lautsprecher von Henrik Plünnecke. Sie bedient sich synthetischer Klänge, die sich in zehn Minuten nach und nach aufbauen und verändern. Die Klänge sind vorprogrammiert und werden live mithilfe eines iPhones gestartet, moduliert und räumlich gesteuert. Im Verlauf des Stückes bildet sich lautstarke, tendenziell statische Klangflächen, in denen sich später eine melodische Bewegung integriert, die wiederum direkte akustische Auswirkungen auf die vorherigen Klang-Bestanteile hat.

 

grandbrothers

Erol Sarp und Lukas Vogel, Studenten im Diplomstudiengang Ton- und Bildtechnik,  nennen sich grandbrothers und haben sich zum Ziel gesetzt, durch experimentelle Spielweisen dem Flügel neue Klänge und Rhythmen zu entlocken.

Neben dem Flügel und einem Laptop, arbeiten sie unter anderem mit zwanzig selbst entwickelten elektro-magnetischen Hämmerchen. Diese Hämmerchen können durch den Laptop einzeln angesteuert werden, und sind entweder an festen Positionen angebracht, oder hängen freischwebend an Pendeln. Dabei schlagen sie nicht nur auf Saiten, sondern ebenfalls auf bestimmte Resonanzbereiche des Flügels, so dass sowohl Töne als auch perkussive Klänge erzeugt werden können.
Das Projekt wird im Rahmen ihrer Fachprüfung Ton 2 von IMM Professor Phillip Schulze betreut.

 

Klangpendel - Experimentallabor

Thomas Orr und Maurice Braun, Studierende des Diplomstudiengangs Ton- und Bildtechnik, sind mit der Arbeit an ihrer Installation Klangpendel nun ins IMM eingezogen. Damit bestreiten die beiden ihre Fachprüfung Ton 2 im Schwerpunkt Musikinformatik. Im Experimentallabor werden momentan die Prototypen weiter entwickelt. Mit acht Pendeln, an denen Lautsprecher montiert sind sollen unterschiedliche Sounds entstehen, von generativen Klangflächen über einfache Signale bis hin zu konkreten Sprachfetzen. Ein Computer steuert dabei eine Kette von Mikrocontrollern an, die jeweils ein Pendel antreiben, deren Position kontrollieren und eine Fangvorrichtung auslösen können. Zu sehen ist das Ganze schon in ihrem Blog, der die Entwicklung der Arbeit dokumentiert.

 

Paketzentrum 47

Die Mehrkanal-Klangskulptur mit Projektionsmapping Paketzentrum 47 ist von den Nachforschungen über Herkunft, Herstellung und materieller Zusammensetztung eines Laptops inspiriert. In diesem Prozess wurden die Ausgangselemente der Arbeit gefunden: Verpackungsmaterialien von Unterhaltungselektronikartikeln, Bilder von den Rohstoffen, die für die Herstellung eines Laptops gebraucht werden sowie die Aufnahme eines Mini-Recorders, der im laufenden Betrieb verschickt wurde.

Die Arbeit wurde vom Lukas Truniger, Student des Bachelorstudienganges Musik und Medien, konzipiert, gestaltet, komponiert und programmiert. Die Entwicklung der Skulpturen entstand zusammen mit Katharina Hauke, Studentin des Diplomstudiengangs Kommunikationsdesign an der FH Düsseldorf. Für die technische Umsetzung des Projektionsmappings und des Mehrkanal-Klangs wurde ein spezielles System in den Programmierumgebungen SuperCollider und Max/MSP entwickelt. Der Doku-Clip der Installation wurde von Julian Martinz und Björn Mauder, beide Studierende am Institut Fuer Musik Und Medien, realisiert.

Die Arbeit entstand im Rahmen der Studienschwerpunkte Visual Music bei Prof. Dr. Heike Sperling und Andreas Kolinski sowie Musikinformatik bei Prof. Julian Rohrhuber und Hannes Hölzl.