Musikinformatik

Musikinformatik ist ein interdisziplinäres Arbeitsfeld, das mit algorithmischen Prozessen experimentiert und sie in den Kontext von Installationen, Kompositionen, Programmen und theoretischen Überlegungen einbettet. Projekte in diesem Bereich können sich mit künstlerischen wie wissenschaftlichen Fragestellungen beschäftigen sowie andere Module ergänzen. Zur Zeit teilt sich am IMM teilt die Musikinformatik in folgende Bereiche ein: Algorithmische Akustik (Algorithmische Klangsynthese, Sonifikation, Philosophie der Informatik, SuperCollider), Hybrid Sound Computing / Erweiterte Systeme (Live Elektronik, Tangible Auditory Interfaces, Halbanaloge Klangsynthese), sowie grafische Programmierung (PureData, Max/MSP). Die Lehrveranstaltungen leben von der Verbindung von praktischer Abstraktion und theoretischer Arbeit am Material.

 

Hyperpolyphone algorithmische Spatialisierung

Das Wuppertaler Mallet Ensemble spielt Arrangements und Kompositionen von Mathias Haus, Jazzvibraphonist und musikalischer Leiter der Gruppierung.
Im März 2013 führte Henrik Plünnecke eine dreitätige Produktion mit dem Ensemble durch, wobei im Rahmen seiner Bachelorarbeit im Studiengang Musik und Medien die Mischung eines einstündigen Konzertprogramms in Surround sowie eine algorithmische Installation für acht Lautsprecher entstand. Die Installation untersucht das Stück Suspense auf verschiedene musikalische Parameter und bringt sie durch die Programmierung in eine völlig neue Form. Der Konzeption der elektronischen Bearbeitung und Spatialisierung mithilfe der Programmierumgebung SuperCollider lagen insbesondere die Polyphonie des Stückes sowie Funktion und Position der Instrumente zugrunde.
Die Konzeption und Programmierung der Installation wurde von Prof. Julian Rohrhuber (Musikinformatik) betreut, die Surroundproduktion durch Prof. Dagmar Birwe (Klassische Musikproduktion) betreut.
Eine Stereomischung der Aufnahme wird für die Veröffentlichung auf CD ebenfalls umgesetzt.

 

switchology

In einem Keller in einem Kölner Vorort schläft das ehrwürdige Elektronische Studio des WDR einen Dornröschenschlaf, einzig liebevoll behütet vom ehemaligen Studiotechniker Volker Müller.
Im Januar brachen Studenten des IMM aus Düsseldorf auf, um den dort versammelten Gerätschaften aus der Geburtsstunde der elektronischen Musik wieder zum Leben zu erwecken. Objekt ihrer Mikrophone waren aber nicht die elektronischen Klänge, sondern die einzigartigen Geräusche ihrer Schalter, Drehregler und Fader, deren erneute Betätigung verloren geglaubtes Wissen über die Handarbeit des Komponierens elektronischer Musik hervorholt. Aus der redaktionellen und algorithmischen Bearbeitung der Aufnahmen entstand ein Hörstück, dessen Ursendung im Hessischen Rundfunk stattfand.
Hans W. Koch (Dozent für Hybrid Sound Composition) zeichnet für Idee und künstlerische Leitung verantwortlich, die konzeptionelle und kompositorische Betreuung übernahm Prof. Julian Rohrhuber und die Beiträge sind von den IMM-Studenten Armin Badde, João Martins, Raffael Seyfried und Florian Zeeh.

 

Rhythmische Theorie | Fragmentierte Stimme | Konzeptionelle Tanzmusik

Die Bachelorarbeit von Lukas Truniger (Studiengang Musik und Medien) dreht sich um drei Themenfelder: Stimme, Theorie und elektronische Tanzmusik. Die Verbindungen zwischen den drei Aspekten bilden das Gerüst für die Komposition von elektronischen Stücken. Stimme wird entweder als Klangmaterial stark verfremdet und konkret für das Einsprechen von eigenen Texten verwendet. Es kommen Markov-Ketten als algorithmische Kompositionstechnik und zur Fragmentierung der Texte zum Einsatz. Dabei entstand eine EP mit vier Tracks, welche im Rahmen der Ausstellung Prozess & Reflexion am 25. Juli 2013 in der Betonbox in Düsseldorf in Form von Hörstationen gezeigt wurden. In der Ausstellung waren die Texte zum jeweiligen Stück als generative Visualisierungen zu sehen. Sie enstanden zusammen mit dem Basler Programmier Fabian Frei.

 

#movements

Wie entwickeln sich gesellschaftliche Bewegungen und deren Handlungsstrategien? Und was habe ich eigentlich damit zu tun?

Inspiriert von der Occupy-Bewegung entstand diese audiovisuelle, interaktive, teils in Stereoskopie umgesetzte Installation von Michael Eßer.

Die Erfahrungen, welche die BesucherInnen in der Installation machen sind dabei keinesfalls gleich.

#movements entstand im Rahmen der Fachprüfungen Bild 2 und Ton 2, betreut von Prof. Dr. Heike Sperling und Prof. Julian Rohrhuber.

 

Translokales RundFunkOrchester

Das Translokale RundFunkOrchester ist ein Ensemble für manipulierte Radios, die über DIY-Controller-Schnittstellen in ein drahtloses Computer-Netzwerk integriert sind. Durch die Verschmelzung analoger Klangübertragung, digitaler Netze und Hardware-Programmierung entsteht ein Gefüge aus Technologien, die fast ein ganzes Jahrhundert umspannen. Dies führt zu Fragestellungen zum Verhältnis zwischen den Medien, Produzenten und Konsumenten bzw. Sendern und Empfängern. Das Ensemble versucht auf spielerische-musikalische Weise zu Antworten zu gelangen: In einer improvisierten Klangkunstperformance eines wahrhaft "radiophonen" Orchesters werden die ausrangierten Radioempfänger zu neuen Instrumenten.
Die Gruppe entstand im Jahr 2009 am Institut Für Musik und Medien (zunächst unter dem Namen IMM-Rundfunkorchester) während der Lehrveranstaltung Hybrid Sound Computing von Dozent Hannes Hoelzl.