Visual Music

Im Schwerpunkt Visual Music werden die Kompetenzen für audiovisuellen Gestaltungsprinzipien und -techniken bei der Visualisierung von Ton bzw. Musik im Hinblick auf die praktische Umsetzung (z.B. als Musikvideo, VJ Set, Installation, Computerspiel/ -applikation oder Internetanwendung) vermittelt.

Die Studentinnen und Studenten nutzen in ihren Projekten Konzeption und Gestaltung der Ton- und Bildebene als Ausdruck einer eigenständigen künstlerischen Haltung.

Visualisierungen von Musik stehen im Spannungsfeld zwischen Medienkunst und Clubkultur, in dem sich die Frage nach Kunst, Dienstleistung, Club- oder Hochkultur nicht mehr stellt. Die scharfe Abgrenzung zwischen den medialen Ebenen verschiebt sich. Und seitdem die neuen Medien Realtime-Abstimmungsprozesse zwischen Bild und Ton erlauben, formieren sich immer mehr audiovisuell arbeitende Teams oder arbeiten Einzelpersonen selbst audiovisuell.

Weitere Informationen zu diesem Genre bietet das Visual Music Archive.

 

Brain Sensing Music

Die audiovisuelle Performance für Kontrabass solo Brain Sensing Music von Valentin Link visualisiert die Gehirnaktivität des Spielers während einer freien musikalischen Improvisation. Mittels eines EEG-Stirnbands (Elektroenzephalografie) wird die Aufmerksamkeit des Musikers an vier Sensoren an Stirn und Ohren gemessen und damit die Größe und Auslenkung der Punkte auf einer vorgegebenen Kreisbahn beeinflusst.
Das visuelle Konzept beruht auf dem im Zen-Buddhismus zentralen Symbol Ensō, bei dessen Erschaffen sich der Künstler in einem Zustand der Bewusstseinsfreiheit befindet. Das Zwinkern des Spielers sprenkelt das Bild, die Muskeltraktion an den Kieferknochen bewirkt einen Stroboskop-Effekt. So ensteht bei jeder neuen Improvisation ein individuelles Abbild des Geisteszustands während der Performance.
Brain Sensing Music
entstand im Wintersemester 2015/16 als Abschlussarbeit von Valentin Link im Vertiefungsmodul Visual Music 2 und wurde von Prof. Dr. Heike Sperling und Andreas Kolinski betreut.

 

VeeMee

VeeMee ist ein interaktiver Spiegel von Magdalena Sojka, der die Sprache des Publikums in Töne und Bilder übersetzt und zurückspiegelt. Ein audiovisuelles Rätsel, das die Rezipientin bzw. den Rezipienten in ein konzentriertes Selbstgespräch führt. Dabei untersucht die Arbeit die multimodale Interpretation von Text. Diese folgt strengen Regeln, ähnlich unserer Sprache. Die zugrunde liegende Überlegung ist, dass Sinn erst durch die Zusammensetzung und Reihenfolge eines immer gleichen Pools an Bausteinen, in der Sprache die Buchstaben, entsteht. Zum Beispiel bestehen „Lager“ und „Regal“ aus den gleiche Buchstaben, erst die andere Zusammensetzung erzeugt die jeweile Bedeutung der Worte.
Das Projekt entstand als Abschlussarbeit im Vertiefungsmodul Visual Music 2.

 

WUT, FREUDE, TRAUER

Mit seiner Arbeit WUT, FREUDE, TRAUER machte sich David Füsgen auf die Suche nach einer Übersetzungsmöglichgkeit von Musik in eine Kamerasprache. Im Anschluß an eine ausfühliche Recherchephase einstanden drei Videoclips die verschiedene musikalische Stimmungen abbilden. Dem Zuschauer soll die Möglichgkeit geboten werden Musik ausschließlich über den Sehsinn zu erfahren. Die den Clips zugrundeliegende Musik bleibt dem Betrachter bis Zuletzt verborgen.
Die Arbeit entstand im Rahmen den Vertiefungsmoduls Visual Musik 2 bei Prof. Dr. Heike Sperling.

 

Zwischenraum

Die Klang- und Rauminstallation Zwischenraum von Rebecca Himmerich ist eine Auseinandersetzung und ein Infragestellen von klar definierten Räumen.
Rebecca Himmerich beschäftigt sich mit Grauzonen, Übergängen und Strukturlosigkeit, die zwischen diesen meist konventionell deklarierten Hauptpfeilern herrschen. Vier Räume ermöglichen dem Publikum mit Hilfe von Klang- und Lichtelementen, die teils vorproduziert, teils live erzeugt werden, eine immersive Erfahrung und Konfrontation mit der Thematik. Betrachtet werden in der ca. dreißigminütigen Performance unter anderem Zwischenzustände wie Warten, pränatales Stadium oder die Schnittmenge von Bestimmt- und Unbestimmheit.
Das Projekt entstand in Zusammenarbeit mit einigen anderen Künstlern. Die durch Live-Improvisation entstehende Eigendynamik der Mitwirkenden gehört zum Konzept und unterstützt die Vielfalt und Unbegrenztheit eines der Hauptmerkmale des Zwischenraums: Seine Unbestimmtheit.
Zwischenraum ist die Abschlussarbeit von Rebecca Himmerich im Vertiefungsmodul Visual Music 2.

 

knockout

Die Videoinstallation knockout von Moritz Hils verbindet die Ideen des instrumentalen Theaters mit den langen fixierten Einstellungen des strukturellen Films. In zwei Videoprojektionen und zwei Tonspuren zeigt sie einen Kampf zwischen der Cellistin Elisabeth Fügemann und dem Saxophonisten Moritz Schuster. Frei improvisiert spielen sie bis zur Kapitulation der einen oder des anderen. Die Musikerin und der Musiker werden dabei zu Schauspielern, die in ihren Rollen als Gegner in einem Kampf frei agieren und den Inhalt sowie die Struktur der Arbeit durch ihr Spiel bestimmen. So ergibt sich ein dreistündiges Kammerspiel der Harmonie und der Kakophonie, der Ironie, der Provokation, des Kampfgeists und des Hohns.
knockout entstand im Wintersemester 2015/16 als Abschlussarbeit von Moritz Hils, Student im Bachelor- Studiengang Musik und Medien, im Vertiefungsmodul Visual Music und wurde von Prof. Dr. Heike Sperling und Andreas Kolinski betreut.