Visual Music

Im Schwerpunkt Visual Music werden die Kompetenzen für audiovisuellen Gestaltungsprinzipien und -techniken bei der Visualisierung von Ton/ Musik im Hinblick auf die praktische Umsetzung (z.B. als Musikvideo, VJ Set, Installation, Computerspiel/ -applikation oder Internetanwendung) vermittelt.

Die Studierenden nutzen in ihren Projekten Konzeption und Gestaltung der Ton- und Bildebene als Ausdruck einer eigenständigen künstlerischen Haltung.

Visualisierungen von Musik stehen im Spannungsfeld zwischen Medienkunst und Clubkultur, in dem sich die Frage nach Kunst, Dienstleistung, Club- oder Hochkultur nicht mehr stellt. Die scharfe Abgrenzung zwischen Audio und Video verschiebt sich. Und seitdem die neuen Medien Realtime-Abstimmungsprozesse zwischen Bild und Ton erlauben, formieren sich immer mehr audiovisuell arbeitende Teams oder arbeiten Einzelpersonen selbst audiovisuell.

Weitere Informationen zu diesem Genre bietet das Visual Music Archive.

 

WRESTLING!

Die Installation und Komposition WRESTLING! von Milan Schell ist eine räumlich inszenierte audiovisuelle Musik und Kampfsimulation. Die Medienträger Lampe (Bild) und Lautsprecher (Ton) verkörpern zwei Gegner, die mit dem Ziel der Machtübernahme sichtbar, bzw. hörbar aufeinander einwirken. Hierbei handelt es sich um den Versuch einer anti-synästhetischen Komposition: Die beiden audiovisuellen Verknüpfungsmethoden Synchronität und Analogie werden nicht zur Reizkopplung und -intensivierung, sondern im Sinne einer Interaktion zweier vergleichbarer Kommunikationssysteme eingesetzt. Durch die Individualität und Verknüpfung der beiden Medienkanäle, bzw. Einzelstimmen Ton und Bild soll eine audiovisuelle Polyphonie erreicht werden.
Für die Komposition sind fünf Teile geplant. Das Video zeigt den Entwicklungsstand zum Zeitpunkt des Bachelorprojekts, das im Studienschwerpunkt Visual Music von Prof. Dr. Heike Sperling und Andreas Kolinski betreut wurde.

 

Hikiko sucht die Einsamkeit

Hikiko sucht die Einsamkeit wurde auf dem Athener Animationsfestival im Studentenfilmwettbewerb gezeigt. Der Stop-Motion Film von Markus Zimmermann ist als Bachelorprojekt im Schwerpunkt Visual Music bei Prof. Dr. Heike Sperling und Andreas Kolinski entstanden. Es ist die Geschichte von Hikiko, der sich selbst von der Gesellschaft abkapselt und sich seine eigene Welt erschafft. Eine Welt in der er keine Ängste mehr hat.
Unterstützt wurde er unter anderem von den IMM Studenten Gregor Keienburg (Musikkomposition), Philipp Swoboda (Sounddesign), Gabriel Denhoff (Klavier) und Julian Martinz (Farbkorrektur).

 

Gestalt

Gestalt ist der Versuch von Gregor Keinenburg, musikalische Reihentechnik auf die Komposition von Bewegungsfolgen zu übertragen. Die Herausforderung besteht unter anderem darin, Bewegungen zu erfinden, die sowohl vorwärts, rückwärts als auch auf den Kopf gestellt ausführbar sind und dabei eine bestimmte, ästhetische Qualität bewahren. Die Spiegel reflektieren das Verhältnis der vier Gestalten einer Reihe, die jeweils Spiegelungen voneinander sind.
Der besonderer Dank von Gregor Keinenburg gilt Eva Be für die tänzerische Unterstützung sowie Prof. Ulla Barthold für die großartige Hilfe in der Lichtgestaltung.

 

Eigendynamik

Die Klangskulptur Eigendynamik von Lukas Reichert stellt ein ein dynamisches System dar, das durch ein simuliertes Feedback entsteht.
Das Stahlblech wird durch die Rotation eines Motors in Schwingung versetzt, die über ein Mikrofon aufgenommen wird. Dieses Signal wird von einem Computer analysiert und interpretiert. Die Amplitude der Schwingung bestimmt die Bewegung des Blechs, die Visualisierung auf diesem, als auch die Patternstruktur des Motors. Die Visualisierung ist eine reine Wellenformdarstellung in Echtzeit und während der Ruhephasen verschiebt sich die Visualisierung mit einer Intensität, die in direktem Verhältnis zur vorigen Lautstärke steht. Ebenso aus der Amplitude errechnet der Computer die Dauer der nächsten Schwing- und Ruhephase. Auf ein lautes Signal folgt eine eher kürzere Phase, auf ein leises eine längere.

 

Doppelpendelmusik

Doppelpendelmusik, eine audiovisuelle Installation von Johannes Leppkes, beschäftigt sich mit dem Sehen und Hören von Bewegung im Raum. Im Dunkeln macht eine LED das Schwingen eines Doppelpendels als klangerzeugendes Element sichtbar. Klang und Bewegung des Klanges werden durch Brightness-Tracking über eine Surround-Anlage in den Raum übertragen.
Die Arbeit entstand in den beiden Vertiefungsmodulen Visual Music, betreut von Prof. Dr. Heike Sperling und Andreas Kolinski, und Musikinformatik, betreut von Prof. Julian Rohrhuber und Hans W. Koch.